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“Es ist vollbracht!”
Grit Brendecke hat jetzt endgültig das Lauffieber gepackt. Während ihres Arbeitsaufenthaltes in England absolvierte sie am 25.09.2005 ihren ersten großen Lauf auf der Insel und schickte den folgenden begeisternden Bericht:
Endlich ein Lauf auf der Insel! Am letzten Sonntag war es soweit, bei schönstem Sonnenschein und noch recht sommerlichen 20 Grad Celsius stand ich beim ersten Lady Godiva Halbmarathon in Coventry an der Startlinie.
 Erst zwei Wochen zuvor, am letztmöglichen Tag der Anmeldung, hatte ich beim Stöbern im Internet entdeckt, dass es diese erste Auflage eines Halbmarathons direkt vor der Haustür geben würde. Da musste ich dabei sein, und so meldete ich mich schnellentschlossen an.
Lady Godiva ritt dereinst nackt durch die Straßen von Coventry, um die Bürger der Stadt von den von ihrem Mann, Leofric Earl von Mercia erhobenen Steuern zu befreien. So ging es zu im 11. Jahrhundert in England...
Leider waren aber im Hier und Heute keine Pferde als Hilfstransportmittel zugelassen, und auch wenn es einige Läufer, wie in England bei fast allen großen Läufen üblich, in Kostümen gab (sie laufen meist für einen guten Zweck und lassen sich von Freunden und Bekannten sponsern oder laufen mit Eimern und sammeln Geld während des Laufes) – bekleidet waren doch alle.
Und dann ging es auch schon los. Etwa 2500 Läufer gingen über die 13,1 Meilen auf die Strecke. Der Start war direkt im Zentrum, gleich hinter der Kathedrale, und nach einer Schleife durch die Innenstadt ging es auf der Ringstraße einmal um den Stadtkern – man stelle sich den Ring um Leipzig vor, nur ging es ständig bergauf und bergab, da es sich bei dem Ring um Coventry um eine Hochstraße handelt. Nach den ersten vier Meilen ging es dann hinaus aus der Stadt auf eine große Schleife. Wer hätte gedacht, dass Coventry so „im Tal“ liegt. Auf den acht Meilen, die es zu bewältigen galt, bevor die Türme von Coventry – auch bekannt als „City of spires“ (die Stadt der Türme) – wieder in Sicht kommen sollten, ging es immer wieder stetig bergan.
Doch es lief gut. Die Stimmung war prima, die Versorgung super und die Strecke bestens bestückt mit enthusiastischen Helfern und Ordnern. Sicher war die Anzahl der Zuschauer nicht überwältigend, aber es gab doch viele Streckenanwohner, die ganz nach englischer Manier Partystimmung aufkommen ließen – Klappstühle vor dem Gartenzaun, Alt und Jung, Kinder und die Bewohner eines Senioren- und Pflegeheimes - alle feuerten die Läufer lautstark an. Ich erlebte sogar meine erste Dusche aus einem Gartenschlauch! Tut das gut!
Auch wenn die Beine dann schon etwas müde wurden, als ich für die letzte halbe Meile wieder auf die Ringstraße kam, wusste ich doch, dass es eine recht gute Zeit für mich werden könnte. Dann das Ziel vor Augen, die letzten Yards, der Blick auf die Uhr: 2 Stunden und 14 Minuten.
Ich war glücklich und zufrieden. Es war mein 3. Halbmarathon und mein bisher bester.
Und wer weiß, vielleicht bin ich ja im nächsten Jahr nicht die einzige Leipzigerin, die sich hier auf die Strecke begibt? Großbritannien hat nämlich, wie ich so langsam feststelle, jede Menge Läufe zu bieten – vom Londoner Marathon und dem Great Northern Run, mit über 40000 Startern der größte Halbmarathon weltweit, bis zu zahlreichen Lokalläufen über die halbe oder ganze Marathondistanz. Na, Lust bekommen?
Der nächste Lauf, den die ganze Brendecksche Familie testen wird, ist der Jersey Marathon im November. Laufbericht folgt.....
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