Aktualisiert am 04/01/12 18:46

Fisherman's Friend Strongman Run

Zufriedene Oberholzer Schlammspringer im Ziel!

“Ein Spaß für große Kinder” - Oberholzer Schlammspringer reisten zum 2. Fisherman’s Friend Strongman Run

Weeze, 13. April 2008: Zum 2. „Fishermann’s Friend Strongman Run“, der am 13. April auf dem Flughafen in Düsseldorf – Weeze stattfand, reisten in diesem Jahr wieder einige Läufer der Leipziger Region an. Im Team der “Oberholzer Schlammspringer” sammelte Motor Nord-Läufer Peter Schütze dabei ganz neue Laufeindrücke. Für laufen-motor-nord.de berichtet er über seinen Ausflug ins Abenteuerland.

Acht Sportler des LFV Oberholz e.V. hatten sich angemeldet, um bei diesem Event dabei sein zu können. Nachdem sich aber Stefan Koitz verletzt hatte, kam ich in den Genuss sein Startplatz wahrnehmen zu können. Die Entscheidung habe ich nicht bereut. Umsichtig organisiert vom Vereinsvorsitzenden Jörg Bauer traten 16 Sportfreunde die Reise nach Weeze an. Neben den Läufern waren noch acht Betreuer am Start die für perfektes Bildmaterial von der Strecke sorgten.

Bei diesem, Deutschlands angeblichen härtesten Lauf, über 16km und 26 Hindernisse nahmen über 5.000 Starter teil. Teilweise mussten 1,20 Meter hohe Strohballen überwunden werden, dann mehrfach Wälle über alte Bunker oder Hangars überlaufen werden, oder gar eine sechs Meter hohe Mauer erklettert werden. Höhepunkte waren sicher die nur 80 cm Durchmesser messenden Betonröhren (Rattenlöcher) sowie die Schlammlöcher und das berüchtigte „Loch Nass“, ein ca. 150 Meter langer Wasserabschnitt mit knietiefem Wasser.

Angestachelt von der Stimmung drängelten wir uns an die Spitze des Starterfeldes. Standesgemäß wurden hier die Teilnehmer vom „Ausbilder Schmidt“ begrüßt. „morgen ihr Luschen“ war die aufmunternde Begrüßung. Während des Laufes feuerte er so die Teilnehmer an den verschiedenen Sektionen kräftig an. Mit einer Verspätung von knapp 30 Minuten wegen Problemen bei der Anreise der Teilnehmer ging es dann 12.30 Uhr los.

Aus Sicherheitsgründen wurden unmittelbar nach dem Start erst einmal zwei Hindernisse ausgelassen und es ging ca. 1,5 Kilometer als reinen Laufabschnitt los. Die Meute hetzte los. Ich nahm aber das Tempo etwas zurück, um nicht zu überdrehen und lies die restlichen „Oberholzer Schlammspringer“ ziehen.Doch dann kamen die Hindernisse gleich am Stück, zuerst der Hochsicherheitstrakt, 4 ehemalige Bombenbunker die zu überlaufen waren. Hier kam uns unsere vordere Startposition zu gute, ohne größeres Warten ging es drüber. Da der Boden viele Löcher hat und ich mich unter keinen Umstand verletzen wollte, ging ich die Bunker hinauf. Dies hatte auch den Vorteil, dass ich viel Kraft sparen konnte.

Peter Schütze erklimmt die Weetzer Alpen

Gleich danach folgte die sechs Meter hohe Klagemauer, die es zu erklimmen gab. Vorgelagerte Strohballen ermöglichten dies problemlos. Nach ca. 200 Meter freien Laufs folgte der Römerwall - eine Serie von sieben ca.1,20 Meterm hohen Heuballen - die es zu überqueren galt. Nachdem zwei weitere Bunker zu überlaufen waren, ging es zum Reifenparcour. Eine knapp 30 Meter lange Sektion voller Reifen, die geschickt zu überlaufen waren.

Kurz darauf folgte eine weitere Serie von fünf Bunkern auf einer ehemaligen Jeepteststrecke, die zu überqueren war. Ohne große Pause ging es von dort zum „Treibsand“. Es galt zwei „Hügel“ aus lockeren Sand zu überqueren. Zuvor aber war eine ca. 15 Meter m lange Matschpfütze zu überwinden. Hier kamen mir meine „Race the Train“ Erfahrungen zu gute. Während fast alle vor mir laufenden Teilnehmer am Rande im Gänsemarsch gingen, gab es für mich nur eins – Mittendurch. Vorteil, ich brauchte am Sandhaufen nicht lange zu warten.

Nach den zwei Hügeln dann wieder ein Matschloch. Nun ging es erst einmal für ca. einen Kilometer ruhig über leicht welliges Gelände und Wald zurück Richtung Start/Ziel. Hier konnte ich läuferisch wieder einigen Boden gut machen, den ich bei den Hindernissen freiwillig preisgegeben hatte. Unterbrochen nur vom „Schwarzen Loch“. Dieses „Hindernis“ stellt sich als harmlos heraus, wurde doch einfach nur durch einen Bunker gelaufen.

Doch dann kam mit den „Ratenlöchern“ ein wirkliches Hindernis. Betonröhren von 80cm Durchmesser, die zu durchqueren  waren. Hier war Härte oder lange Bekleidung gefragt. Am Ende aber beides. Nun nur noch über den „Pilgerpfad“, noch einmal fünf Strohballen und schon war man im schönsten Sektor. Das „Loch Nass“. Auf dem Weg dorthin galt es, drei mehr oder weniger tiefe, reichlich mit Wasser gefüllte Schlammlöcher zu durchqueren. Dann die „Schlammschleuse“,  unter einem alten Förderband hindurch mitten im Schlamm auf die andere Seite der Sektion. Hier wartete dann das „Loch Nass“. Eine ca. 150 Meter lange Sektion die komplett mit ca. wadentiefen Wasser, teilweise auch knietiefen kalten Wasser gefüllter Weg. Danach noch einige Sandhügelchen um- und überlaufen. Mit einem kräftigen Anstieg ging es wieder aus der Sektion und nach weiteren ca. 200 Metern war man dann auf der Start-/Zielgeraden. .

Immer schön im Gleichgewicht bleiben - der Römerwall stellte hohe Anforderungen an das Koordinationsvermögen

oben: Wasser und Schlamm oder “Loch Nass” lässt grüßen
rechts: Keine Chance für Platzangst - Andreas Bauer im Rattenloch

Mit knapp 53 Minuten war mir die erste Runde gelungen, da aber in der zweiten Runde noch zwei zusätzliche Hindernisse zu absolvieren waren, sah ich mein heimliches Ziel, unter zwei Stunden zu bleiben, etwas schwinden.

Ab ging es in die zweite Runde. Hier wurden nun die beiden in der ersten Runde ausgelassenen Hindernisse „Wachmacher“ und „Weezer Alpen“ überquert. Dies waren nicht anderes als zwei bzw. vier ehemalige Flugzeughangars die zu überlaufen waren. Im „Wachmacher“ befand sich zwischen beiden Hangars eine kleinere Schlammpfütze. Was dies geschafft, folgte die längere Laufstrecke und es ging wieder über die vorherigen Hindernisse. Ich hatte mir meine Kräfte sehr gut eingeteilt und konnte in der zweiten Runde viele Läufer wieder überholen. Gerade die Laufabschnitte brachten viele Plätze.

Die Hindernisse habe ich in der zweiten Runde regelrecht genossen, wusste ich doch, dass danach Schluss war. Beim Einbiegen auf die Zielgerade stellte ich fest, dass ich meine Kräfte gut eingesetzte hatte. 1:48:02 war die Endzeit. Ich hatte für die zweite Runde nur zwei Minuten länger gebraucht als für die erste. Bedenkt man der Tatsache, dass zwei zusätzliche Hindernisse dabei waren, war ich in der zweiten Runde effektiv schneller.

Im Feld der „Oberholzer Schlammspringer“ war ich zwar Vorletzter aber trotzdem zufrieden. Insgesamt mischten die „Schlammspringer“ im Feld munter mit. Nach 1:36:23h erreichte Michael Starke 1 als 256. Läufer das Ziel. Kurz danach folgte Volker Gerstenberger in 1:37:31h als 288.

Besonders das Geburtstagskind Heiko Häusler kämpfte tapfer durch den Parcour. Nachdem er nach 7 km in einem knietiefen Matschloch am „Loch Nass“ seinen linken Schuh verloren hatte, lief er die restlichen 9km unbeirrt weiter und erreichte nach 1:54:22h als 939. das Ziel. Damit lies er noch weit über 3000 Teilnehmer hinter sich.

Insgesamt waren die Ankündigungen schlimmer als die Realität. Alle „Oberholzer Schlammspringer“ hätte im Zeitlimit von 3:30h noch mindesten 1 Runde absolvieren können und wären nicht einmal letzte geworden. Eine interessante Veranstaltung für alle „großen Kinder“ die sich mal gern richtig schmutzig machen wollen.

Die „Oberholzer Schlammspringer“ waren: Michael Starke 1 (256. Platz), Michael Starke 2 (581.); Andreas Bauer (582.); Sven Altenburger (532.); Ronald Heller (584); Heiko Häusler (939.); Volker Gerstenberger(288.); Peter Schütze (622.)

Als Betreuer standen zur Seite Jörg und Sina Bauer, Julia Starke, Stefan Koitz, Adrian Heller sowie Lisette, Rick und Melissa Häusle

Wir danken unseren Partnern: