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Edinburgh oder doch East Lothian...
Die Insel hat es ihm angetan und so startete Olympia-Akteur Peter Schütze mit Gattin Grit und viel Vorfreude zum Edinburgh (Say Edinboro, not Edinbörg) Marathon Festival. Sportlich liefs glänzend, in manchem Detail gibt es aber Verbesserungspotenzial. Hier sein Bericht.
21. Mai 2011: Während sich der Großteil der Olympianer traditionell Richtung Rennsteiglauf aufmachte und sich den Herausforderungen der verschiedenen Strecken stellte, „entschwanden“ Grit und ich Richtung Schottland um beim Edinburgh Marathon zu starten.
In Edinburgh gibt es verschiedene Strecken zur Auswahl. Am Sonnabend findet der 5 und 10km Lauf sowie der Frühstückslauf und verschiedene Kinderläufe statt. Am Sonntag dann der Staffelwettbewerb, der Halbmarathon und natürlich der Marathon. Das Marathonzentrum befindet sich im Holyrood-Park am Fuße des Edinburgher Hausberges „Arthur’s Seat“. Dort findet auch die Marathonmesse statt. Allerdings ist das Wort Messe übertrieben. In einem großen Zelt gibt es für die ausländischen Starter die Startnummern (britische Starter erhalten diese per Post) und nebenan ist die Messe. Diese besteht aus 12-14 Ständen, davon 4 Marathonpräsentationen, 4 Charityorganisationen, 2 Fitness-Center, 1 Stand der AIMS, aber nur 1 Stand mit Sportbekleidung usw.
Ich war unter den ersten 300 ausländischen Anmeldern für den Marathon und erhielt daher einen freien Start für den Frühstückslauf am Sonnabend um 8.00 Uhr. Frühstücksläufe sind Tradition und führen in der Regel über 5km. Der Edinburgher ist eine regelrechte Stadtführung im gemütlichen Lauftempo, das Führungsauto darf nicht überholt werden. Die Strecke führte durch die Altstadt über Cowgate, Grassmarket hinauf zur Burg. Dort wurde auf alle Teilnehmer gewartet und dann ging es wieder gemeinsam auf die letzten 2km an der St. Giles Cathedral und East Princes Street Garden vorbei über die Royal Mile, Canongate hinuter vorbei am Schottischen Parlament zum Palace of Holyroodhouse. Von dort ist nur noch ein Katzensprung bis zum Ziel.
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Auf nach Arthur’s Seat...
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Kurz danach startete dann Grits 10-Kilometer-Lauf. Ich hatte mich entschlossen einige Zeit als Wasserträger Grit zu begleiten. Die 10 km Strecke führt um Edinburghs Hausberg „Arthur’s Seat“ Bereits kurz nach dem Start ging es gleich für knapp 700m stetig bergan. Dann wird der „Duddingston Loch“ umrundet. Nach ca. 4km folgt eine Wasserstelle und es ging danach gleich kurz aber kräftig bergan. Von km 6 bis km 7 führt die Strecke steil bergan. Dieser Anstieg hat es in sich und die meisten Teilnehmer gehen diesen Abschnitt. Dann wird bei km 8 der schönste Punkt „Dunsapie Loch“ erreicht. Nun ging es Richtung Ziel, welches Grit nach sehr guten 1:06:06h erreichte.
In Anbetracht der schweren Strecke und den Problemen die Grit mit ihrer Wade hatte, eine super Zeit. Ich bin dann doch die komplette Strecke mit Grit gelaufen und muss sagen, eine solch schwere 10km Runde bin ich lange nicht gelaufen. Ob die 15km sich am Sonntag beim Marathon rächen würden?
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Nervosität am Marathon-Tag
Ich hatte mich bei der Anmeldung wohl etwas vertan und als Zielzeit ein 3:35h angegeben. Das Ergebnis ich durfte in der London Road starten. Dort starten all diejenigen Läufer, die eine Zielzeit von unter 3:45h angegeben hatten. Insgesamt starteten 5.000 LäuferInnen aus der London Road und weiter knapp 6.000 aus der Regent Road.
Nach knapp einer Meile wurde der Palace of Holyroodhouse und das Marathonzentrum passiert. Nun ging es Richtung Leith und Portobello. Mit dem Erreichen der Küste in Portobello hatte man auch schon Edinburgh verlassen und sollte während des Marathonlaufen auch nicht mehr zurück kehren. Von nun an ging es an der Küste entlang Richtung Musselburgh. Bei Meile 9 passierten wird Musselburgh. Auf der anderen Straßenseite war das Ziel, in dem noch Zieleinläufe der Halbmarathonläufer zu sehen waren. Diese waren bereits 8.00 Uhr gestartet.
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Die Strecke führte weiter an der Küste entlang Richtung Longniddry. Kurz nach Meile 13 wurde die Halbmarathonmarke passiert, kurze Blick zur Uhr: ca. 1:46h. Eigentlich viel zu schnell für die angestrebten 3:59h. Noch war ja nichts passiert. Kurz vor Meile 14 kamen auf der anderen Straßenseite bereits die Spitzenläufer zurück, die schon Meile 22 passiert hatten. Die Strecke folgte dem Küstenverlauf Richtung Wendepunkt, dabei ging es immer leicht bergan und bergab, eine wellige Strecke. Kurz nach Meile 17 wurde gewendet und es ging zurück Richtung Ziel. Kurz danach verlies die Strecke die Straße und es ging durch eine große Parkanlage am „Gosfort House“, einen großen Herrenhaus vorbei. Wieder auf der Straße zurück, bewahrheitete sich leider die Wettervorhersage. Diese hatte ab dem Mittag eine Sturmwarnung gegeben und die ersten Ausläufers der Sturmes, der am folgenden Tag mit teilweise 160km/h über Edinburgh und Umgebung zog, waren angekommen. Es gab Windspitzen bis 70km/h und logischer Weise als Gegenwind. Dazwischen immer wieder kurze aber kräftige Regenschauer.
Kurz vor Longniddry wurde noch einmal die Küstenstraße verlassen und ging es noch einmal Richtung „Landesinneren“. Diese Begegnungsstrecke hatte es in sich, zog sie sich doch zu beginn stetig bergan. Zurück auf der Küstenstraße war Meile 20 erreicht und es waren nur noch knapp 10km bis zum Ziel. Diese gingen erstaunlicher Weise recht zügig vorbei, nur ausgerechnet die letzte Meile wollte nicht vorbei gehen und die Beine wurden schwer. Trotz der vielen Zuschauer die nun erstmalig an der Strecke waren. Ein deutliches Zeichen, dass es nicht mehr weit bis zum Ziel war. Dann endlich das Schild mit der „26“ drauf. Mit dem Schild verschwanden aber auch die Zuschauer. Eine totale irrwitzige Regelung der Organisatoren ließen im unmittelbaren Zielbereich keine Zuschauer zu. Grit hatte es ignoriert und stand kurz vor dem Ziel und feuert mich noch einmal an. Dann der Zieleinlauf und mit 3:39:08h eine Zeit, die ich selbst nicht für möglich gehalten hatte. Dabei herrschte auf den letzten 8 Meilen permanenter Gegenwind. Im Ziel gab es dann die Zielverpflegung (1 Banane), den Finisherbeutel, ein Funktions-Shirt, Getränke und die Medaille.
Fazit: Mit meinen Lauf und Ergebnis war ich sehr zufrieden, allerdings war einiges nicht so toll. Streckenverpflegung, wie üblich auf der Insel, nur Wasser und 3 mal Ernergiedrinks, keine Musikstandorte, kaum Zuschauer an der Strecke, die Verpflegung im Ziel war mehr als dürftig und die Finsher-Shirts und Medaille sind ohne Datum. Also Massenware für die nächsten Jahre. Den Marathon als Edinburgh Marathon zu titulieren ist eine Farce, schließlich verläuft die Strecke ab Meile 3 in „East Lothian“, also sollte er auch so heißen. Das wäre genauso, als wenn man den Leipzig Marathon auf dem Augustusplatz starten, nach Wurzen laufen würde und das Ziel wäre dann in Nauenhof.
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