Aktualisiert am 04/01/12 18:46

Dublin CityMarathon

Dublin -Marathon - spartanisches Laufen auf der grünen Insel

Laufreisen sind ja sehr beliebt - und warum nicht auch mal auf der grünen Insel laufen? Das dachte sich Peter Schütze und jettete zum 27. Dubliner City-Marathon. Der hatte seine Licht- und Schattenseiten...

Der 27. Dublin Citymarathon stand für mich unter keinem guten Vorzeichen. Auf eine Anfrage teilte der Veranstalter mir 10 Tage vor dem Lauf mit, dass es während des Laufes kein Essen gibt, also weder Äpfel, Bananen oder ähnliches. Essen gäbe es erst im Ziel. Allerdings aller 3 Meilen Wasser und bei Meile 6, 12, 18 dazu Gatorade. Nur gut, dass wir 2 Familien waren, so wurde beschlossen, zwei private Verpflegungsstellen bei Meile 11 (km 18) und 20,5 (km 33) einzurichten, da der Transport von Selbstverpflegung an die Wasserstellen durch den Veranstalter nicht erbracht werden würde.

Für alle ausländischen Starter gibt es am Vortag den kostenlosen „Breakfast Run“. Wir also alle dorthin, und nach einiger Zeit wurde eine lockere Runde um den „Fairview Park“ gedreht. Vor dem Start tauschten vor allem die amerikanischen und kanadischen Läufer T-Shirts von verschiedenen Läufen. 5 km lang sollte die Runde sein, aber nach knapp 20 Minuten waren wir wieder da. Nun bekam jeder Läufer ein Teilnehmer-Shirt und ein ausgiebiges Frühstück. Dazu wurden irische Folkmusik und Tänze aufgeführt, so dass eine Superstimmung herrschte und jeder Teilnehmer sehr lange blieb.

Am Lauftag dann zuerst das Positive: Erstmals seit fünf Jahren regnete es am Lauftag nicht. Bei der Anmeldung musste angegeben werden, ob man unter oder über 4 Stunden laufen wollte. Danach wurden verschiedenfarbige Startnummern für die beiden Startblöcke ausgegeben. Dies wurde aber nicht kontrolliert. Vor allem die Walker (Zielschluss generell 8 Stunden) standen im vorderen Starterfeld.

Für mich stand eigentlich nur das Ankommen als Ziel, schließlich war es nach 15 Jahren wieder mein erster Marathon und wenn möglich wollte ich um die 4:15 h laufen, zumal das Profil einige Anstiege versprach.

Kurz nach 9.00 Uhr ging es los. Vorbei an der Dubliner Kneipenmeile „Temple Bar“ ging es immer leicht bergauf in Richtung Europas größten Stadtpark „Phönix Park“ – Vorsicht: freilaufende Hirsche! Bis Meile 5 musste ich mich immer wieder an nebeneinander gehenden Walkern durchschlängeln. Das einzig Positive daran war, dass ich dadurch nicht noch schneller anlief. Bis zum Halbmarathon (Meile 13) lief es wunderbar und in für mich viel zu schnelle 1:50 h wurde der Halbmarathon passiert. Die Strecke ist sehr anspruchsvoll, da es ständig bergan und bergab ging. Der Regen verschonte uns, dafür herrschte gerade auf den Anstiegen sehr viel Gegenwind. Bis Meile 22 ging es sehr gut und ich hegte leichte Hoffnungen auf eine Zeit unter 3:50 h. Doch dann begegnete auch ich dem Mann mit dem Hammer, und die letzten 4 Meilen wurden sehr lang. Ich wollte nur noch ins Ziel, und als ich dann nach 3:52:13 h einlief, wollte ich nur etwas Essen. Im Finisher-Beutel dann die angekündigte Verpflegung: 1 Flasche Wasser, 1 Flasche Powerade, 1 Riegel Snickers und 1 Müsliriegel. Weder Bananen noch Äpfel oder sonst etwas. Gut, dass Dublin viele Pubs hat...

Kleine Entschädigung war die sehr schöne Finisher-Medaille und Shirt (langärmelig). Auch der Ablauf nach Durchlaufen der Ziellinie war sehr gut organisiert.

Insgesamt waren wir vier Leipziger Läufer, die an diesem Tag den Marathon in Dublin absolvierten und gesund ins Ziel kamen. Weiter mit von der Partie waren Volker Gerstenberger (3:52:45h), Frank Kirsche (4:23:28h) und Birgit Kaschuba (5:36:13h).

Überschattet wurde der Lauf von dem Tod eines irischen Läufers zwischen Meile 15 und 16.

Gewonnen hat der Russe Sokolov, der einen neuen Streckenrekord gelaufen ist in 2:11:37 h.

Die spektakulärste Ziellinienüberquerung bot ein britischer, beidseitig unterschenkelamputierter Rollstuhlfahrer, der letzten 10 Meter auf den Händen laufend absolvierte.

Für alle, die eventuell diesen doch sehr anspruchsvollen Marathon einmal absolvieren möchten, eine Fakts:

Positiv: superschöner Frühstückslauf am Vortag, sehr schöne Finisher-Medaille und Shirt,           gute Stimmung unterwegs an der Strecke, jeder Meile und aller 5 km Meilen bzw. Kilometer- Angaben, sehr freundliche Helfer und Polizisten (aber alle Iren sind freundlich), Marathon = eine Runde

Negativ: schlechte und unzureichende Informationen auf der Homepage und mangelhafte und unvollständige Auskünfte durch den Veranstalter bei Anfragen per E-Mail, kein Essen an der Strecke und im Ziel, Walker und langsame Läufer stehen in den vorderen Reihen und machen das Laufen auf den ersten Meilen zum Slalomlauf, Platzierung im Ergebnisprotokoll nach Bruttozeiten, Zwischenzeiten im Ergebnisprotokoll sind Bruttozeiten, nach nicht einmal 4 Stunden Beginn des Abbaus im unmittelbaren Start- und Zielbereich, für Läufer über 4:30 h kaum noch Zuschauer (selbst im Zielbereich!), Nudelparty kostete 6,-€ (!!!) extra, Massage am Vortag auf der Laufmesse 15 Minuten gleich 20 €, kaum Musikbands an der Strecke (zwei Bands, zweimal Lautsprechermusik)

Da Irland generell ein etwas höheres Preisniveau als Deutschland hat, waren die „Schnäppchen“ auf der Laufmesse in etwa unsere normalen Ladenpreise.

Peter Schütze

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