Aktualisiert am 04/01/12 18:46

Die Jungfrau ruft

Jungfrau-Marathon 2007 - Ein Erlebnisbericht von Katrin und Frank Lestschinski

8.9.2007: Es war ein in jeder Hinsicht eindrucksvolles Lauferlebnis. Mit einer fünftägigen Laufreise zum Jungfrau-Maratho in der Schweiz erfüllten sich Frank und Katrin Letschinski einen langgehegten Traum. Für laufen-motor-nord.de fasste Katrin jetzt ihre Eindrücke von diesem tollen Lauferlebnis zusammen.

Nachdem ich meine gut zusammengekürzte SMS hier auf der Webseite las, war ich doch selbst etwas erschrocken und hoffe, dass zumindest unsere Hochstimmung über diesen Lauf damit zur Geltung kam.Deshalb möchte ich gern noch etwas ausführlicher berichten. Es liegt mir sehr am Herzen, denn es war für meinen Mann Frank (LG Grünau) und mich der schönste Lauf, den wir bisher gemacht haben. Die Organisatoren - ein dickes Dankeschön den Laufläden Jena, Erfurt - Frank Lehmann - und unserem Laufladen Brühl Arkaden - Uwe Förster - hatten eine gute Gruppe zusammen gebracht.

Donnerstag, 06.09.2007: Bei herrlicher Sicht auf traumhaft schneegezuckerte Berge und mit Sonnenschein fuhren wir nach ca. zwölf Stunden Busfahrt in das Berner Oberland ein, nach Schwebebahn und "Zuckelzug" warfen wir im Hotel in Mürren unsere Sachen ab ,um gleich darauf, noch vor dem Dunkel werden, die Beine etwas in Schwung zu bringen.

Freitag, 07.09.2007: Am nächsten Tag weckte uns wieder die Sonne und bei einer herrlichen Wanderung und Einkehr in diesen und jenen Almhütten-Biergarten, mit Blick auf die bevorstehende Strecke, die uns Uwe Förster in allen Einzelheiten genau erklärte.Als absoluten Flachpisten Läufer, mit maximaler Erklimmung des "Mount Focke" oder "Bienitz Hill" konnte ich mich mit meiner Vorbereitung, in Hinsicht auf diese Höhen, nicht so richtig beruhigen. Am Nachmittag ging es dann hinunter nach Interlaken, um die Startunterlagen abzuholen, mit einem kurzen Blick auf die im dortigen Spielcasino stattfindende Läufermesse. Um für den nächsten Tag gut ausgeruht zu sein, traten wir den Rückweg nach Mürren aus logistischen Gründen dann doch lieber gleich an,füllten unsere Kohlehydratspeicher im heimischen Hotel noch auf, um dann nach Zurechtlegen der Laufsachen ins Bett zu fallen.

Samstag, 08.09.2007: 5.00Uhr Augen auf - Nebel - SCHEISSE, Frühstück, ab in die Bahn, Zug und nun doch, dort ein blauer Fleck am Himmel und da, ein Stück Berg ist zu sehen, die Hoffnung stirbt zuletzt und siehe da, man muß doch auch mal Glück haben: es reißt vollständig auf -SONNE-SONNE-SONNE-

Nach etwas Kampf an den LKW´s bei der Sachenabgabe, da nicht nummeriert, begaben wir uns an den Start, natürlich in die Elite-wie es uns zusteht. Nach dem Startschuß sind wir aber dann doch lieber gleich an die Seite gelaufen.Meiner Laufpartnerin Sigrid und mir war es schon in der ersten Stadtrunde zu warm, so daß wir unsere Jacken noch bei Gruppenzugehörigen lassen konnten. Es ging durch ein total begeistertes Interlaken mit Musikgruppen, Glöcknern und anfeuernden Laufbegeisterten weiter ins Tal hinein bis Lauterbrunnen entlang der Lütschine-dortiger Gletscherwasser führender Fluß. Wer sich bis dahin damit beruhigt hat, daß es erst mal 25 km flach geht, mußte sich doch eines besseren belehren lassen, denn es gab durchaus kleine Anhöhen, so in Größe halber Fockberg oder so. In Erwartung was noch kommt, konnten wir aber bei der Wende im hinteren Teil des Tales dann doch nochmal etwas "Gas " geben. Aber dann kam es-der Anstieg nach Wengen- 5 km nur steil hoch in Serpentinen, mit Laufen ging nichts mehr, steil, steil,steil-kurze Schritte gehen, an schöne Dinge denken, nicht auf die mal wieder zu schnell angegangenen Männer sehen, die sich übergebender Weise in den Kurven aufhielten, grün-weiß im Gesicht, oder mit Krämpfen erst mal stehen blieben,Frauen hab ich nicht gesehen, die so aussahen???? Endlich erste Häuser von Wengen in Sicht, die 30 km bald zu fassen. Die liebe Gisela, Uwe Försters Frau stand mit unseren Wechselsachen bereit und das hat sich dann sehr angenehm bemerkbar gemacht, das nasse Zeug losgeworden zu sein, da es auch weiter oben etwas kühler wurde. Weiter, weiter durch den Wald, immer hoch, hoch, ab und zu mal ein paar Sätze mit Sigrid und weiter gegenseitig aufmunternd und dann auf einmal- der Wald öffnet sich-die Berge stehen fast vor einem, die Gletscher und die Sonne scheint und scheint. Kilometer 38, "Abzweig Wixi" letztes Zeitlimit geschafft und den Rest schaffen wir doch nun auch noch, das wäre ja gelacht.

Dann auf einmal Stau, es geht nur noch im Gänsemarsch, auf der einen Seite schön, man kann mal ungestört herum schauen, aber die Zeit läuft, banges Fragen-schaffen wir das noch vor Zielschluß??? Aber wir vertrauen den Organisatoren und denken, das haben die mit eingerechnet. Ein paar verrückte unfaire Kameradenschweine müssen sich natürlich halsbrecherisch trotzdem auf schmalem Grat an den Gänsemarschenden vorbei drängeln. Ist es das bei 6.05 , 6.10 oder 6.15h wert??? Wir haben diesen Teil des Laufes besonders genossen, die Aussicht, die Sonne, die Beifall spendenden Passanten, Alphornbläser, der Schotte in Sicht, die innere Freude, gleich geschafft. ...und dann ist es soweit, die letzten Meter Berg ab, jetzt setzt das Läuferbein wieder ein, natürlich wird ins Ziel gesprintet, Hand in Hand mit Sigrid, 6.15h. Ich hätte fast heulen können vor Begeisterung. So ein Lauf-Wahnsinn!!!

Stolz mit meiner Medaille und Finishershirt treffe ich meinen Mann, der mit Zielzeit 5.24 h schon gegessen hat und beim Hefeweizen sitzt, welches ich mir gleich aneigne. Glücklich prosten wir gemeinsam mit Uwe, der mit Frank ins Ziel kam und Kerstin aus dem Laufladen-sagenhafte 5.05 h und weiteren Glücklichen uns gegenseitig zu.

Sonntag, 09.09.2007: Ich habe Geburtstag, bin glücklich, Sonne scheint, mir tut nichts weh. Wir machen eine schöne Wanderung ins Tal und zu den Tümmelbach Wasserfällen. Ein Abendessen im Hotel mit Autogrammstunde mit dem Weltmeister, Jonathan Wyatt-(Foto:er mit mir im Arm-hoffentlich färbt etwas von der Schnelligkeit ab!!!!) unbeschreibliche 2.55h, nicht zu fassen, rundet diese super Laufreise ab.

Montag, 10.09.2007: Manche aus der Gruppe sind noch zum Schilthorn gefahren und dann geht es leider nach Hause. Mein Mann und ich sind uns sicher - das machen wir nochmal.

> ein weiterer Bericht mit vielen Fotos             > alle Ergebnisse             > Videoclip vom Zieleinlauf (Startnr. 4201 und 4202)

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