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Easy does it! - Speed kills - Remember!
Berlin-Marathon - auf südafrikanisch oder: Mit militärischer Disziplin kommt man gut ins Ziel Für viele Läuferinnen und Läufer ist der Berlin-Marathon der Höhepunkt im Laufjahr, ja sogar manchmal der Traum-Marathon schlechthin. Jeder erlebt ihn anders, aber so außergewöhnlich- exotisch wie Karl-Heinz Millgramm beim 33. real Berlin Marathon im September 2006 wohl nur ganz wenige.
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Berlin, 24. September 2006, 9:15 Uhr. Ich bin einer von den 31.427 Läufern und Läuferinnen am Start; von den ursprünglich gemeldeten 39.636 werden schließlich 30.235 das Ziel erreichen. Viel versprechen kann ich mir von dem Lauf nichts, da mir noch einer der beiden 30 km-Trainingsläufe fehlt. Außerdem ist es schon morgens recht warm, wie im letzten Jahr.
Kaum sind wir über die Startlinie, höre ich eine laute Kasernenhof-Stimme, die wie die eines Sergeant-Majors aus einem der vielen amerikanischen Militärfilme klingt: "Don’t rush it - Snell laufen makt kaputt!". Ich drehe mich um und erspähe eine Gruppe von Südafrikanern, von denen einige an langen dünnen Stöcken Wimpel mit der Flagge ihres Landes tragen. Nach etwa zwei Kilometern kommt ein neues Kommando des "Sergeant-Major”: " 5 - 4 - 3 - 2 - 1 and go!" Die Südafrikaner halten auf der Stelle und gehen für die nächsten 60 Sekunden fast gemütlich, um danach auf Kommando weiter zu laufen. Das alles wiederholt sich etwa alle zwei Kilomenter. Aha, denke ich, die laufen nach der Galloway-Methode, die ich immer schon mal ausprobieren wollte. Einer der Südafrikaner erzählt mir, dass ihr Leiter wohl kaum etwas mit dem Militär zu tun habe. Auf diese Weise habe er aber stets alle Mitglieder der Gruppe mit einer Zeit "um fünf Stunden" schon durch alle möglichen Marathons geschleust . Ich sehe nun meine Chance, doch noch ins Ziel zu kommen und schließe mich - mit Erlaubnis des "Sergeant Major" - dem Trupp an.
Für die nächsten 30 km folge ich den diversen Kommandos, die der Sache nach durchweg vernünftig sind. Das beruhigende "Easy does it" (kaum zu übersetzen, dem Sinne nach: es leicht angehen lassen bringt es) und viele witzige Einwürfe des "Sergeant Major" nehmen dem Marathon etwas von seinem Ernst, und meine Befürchtungen, nicht ins Ziel zu kommen - immerhin sind ab km 28 (Wilder Eber) mehrmals Notärzte aktiv, und ein Läufer liegt bewußtlos auf dem Rasen und wird mit einem Defilbrator (erfolgreich!!) reanimiert - verfliegen auf diese Weise. Ab km 35 kommt noch die Nachfrage: "Is everybody there?" Alles antwortet "Yes - another one bites the dust!"
Die Kommandos hören auf, und jeder sieht für sich zu, das Ziel zu erreichen. Meinen "Sergeamt-Major" sehe ich etwa zweihundert Meter vor mir ins Ziel laufen. Leider war er auch sofort verschwunden. Meine Erfahrung mit der Galloway-Methode: Sie bringt einen in der Tat ins Ziel. Möchte man allerdings eine bessere Zeit erreichen, muss das übliche Vortraining vollständig (!) durchgeführt werden, insbesondere alle vorgesehenen langen Läufe.
Dr. Karl-Heinz Millgramm (Zielzeit: 5:19:38, Gesamt 22489., AK M55 1249.)
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Die Galloway-Methode Jeff Galloway weiß es. Der Trainings-Experte aus den USA, selbst vor Jahrzehnten Olympiateilnehmer im Marathon, rät, geplante Gehpausen einzubauen. Die Idee: Gehen ist weit weniger anstrengend als Laufen. Für dieselbe Distanz wird also weniger Energie benötigt. Der Läufer ist langfristig frischer und minimiert das Risiko, auf den letzten Marathon-Kilometern einzubrechen. Hört sich vernünftig an – nicht nur für Marathon-Neulinge. Die Gehpausen tragen zudem dazu bei, dass der Lauf nicht so lang wirkt: Sie bilden Zwischenziele, die in greifbarer Nähe sind. Und das Schönste: Der Zeitverlust durch das Gehen hält sich in Grenzen. Wer 1 Minute geht statt läuft, verliert höchstens 15 bis 20 Sekunden in der Gesamtzeit. Somit sind Marathon-Zeiten unter 4 Stunden machbar (der Rekord mit der Galloway-Methode liegt bei 2:38 Stunden!). Quelle: http://www.menshealth.de/print/fitness/die_ny_marathon_story_unser_mann_beim_groessten_lauf_der_welt.41411.htm
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